Event:

Veranstaltung: Die Rhetorik der Rechten - Vortrag von Franziska Schutzbach

von Sascha Klemz | 10.12.2019

Gemeinsam mit der Jos Fritz, dem Grethergelände und dem CSD-Freiburg widmen wir uns in den nächsten Wochen einem Thema, das nicht originär mit Fair-Fashion zu tun hat, uns jedoch zunehmend beschäftigt. 

Auf dem Grethergelände (wo sich bis Ende 2016 unser Büro und bis 2012 sogar unser Ladengeschäft befand) sollte im Rahmen einer Veranstaltungsreihe eine Person sprechen, deren Homepage nur so von antifeministischen und verschwörungstheoretischen Postionen strotzte. Der Veranstalter hatte bisher immer Personen eingeladen, die aus dem linksökologischen Spektrum kamen. Die Veranstaltung wurde schließlich abgesagt.
Nachdem die AFD nun sogar in Freiburg im Gemeinderat sitzt und längst nicht mehr nur von Glatzköpfen mit Springerstiefeln dominiert wird, sind Rechtsextreme nicht mehr so leicht zu identifizieren wie früher. Inhaltlich docken sie in Bereichen an, die bisher linken, grünen oder bürgerlichen Milieus vorbehalten waren. Zum Beispiel tauchen sie an den Rändern der Öko-Bewegung auf, in der Musikszene, im Vereinswesen oder in religiösen und esoterischen Zusammenhängen. Manchmal finden ihre Verschwörungstheorien auch Anhänger unter unseren Kund*innen.

Franziska Schutzbach - Die Rhetorik der Rechten

Die Rhetorik der Rechten - Vortrag von Franziska Schutzbach
(16.12.2019, 20 Uhr im Strandcafé, Grethergelände Freiburg, Adlerstr. 12)

„Rechtspopulismus ist so erfolgreich, weil er mit der Mitte kompatibel ist und seine Schnittmengen mit dem Extremismus systematisch verwischt. Er gibt sich bürgerlich und argumentiert oft nicht explizit rassistisch oder antidemokratisch, sondern pocht auf bürgerliche Werte wie Meinungsfreiheit, Selbstbestimmung und Demokratie. Auf diese Weise schafft Rechtspopulismus Querverbindungen zu konservativen, liberalen oder gar linken Milieus. Rechtspopulismus ist also nicht einfach ein Phänomen der Rechten. Das Normalwerden rechter Positionen passiert in unser aller Nahbereich und nicht zuletzt in uns selbst.” (Franziska Schutzbach)

Franziska Schutzbach ist Geschlechterforscherin und Soziologin. Sie lehrt und forscht an den Universitäten Basel und München. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Antifeminismus, Anti-Gender-Mobilisierung und rechtspopulistische Kommunikationsstrategien. Dreiste Lügen, wirre Übertreibungen, aus der Luft gegriffene Behauptungen: Es ist das immer gleiche Muster, das Rechtspopulisten in vielen Ländern eint. Offensichtlich können ihnen auch die besten Argumente nichts anhaben. Sind alle verrückt geworden oder gibt es Strategien, um den Rechten beizukommen?

 Freiwilliger Unkostenbeitrag 5,- Euro