Fashion Revolution Week

Video: zündstoff-Sascha im Gespräch über faire Mode

von Lisa | 04.05.2021

Verderbliche Ware Videotalk mit Fairtrade Deutschland

Im Zuge der Fashion Revolution Week veranstaltete Fairtrade Deutschland vor kurzem eine Online-Diskussion mit Vertreter:innen der Fair Fashion Branche. Neben Verena Paul-Benz von ThokkThokk und der Händlerin Mimi Sewalski war auch unser Geschäftsführer Sascha eingeladen. Jetzt ist das etwa einstündige Gespräch zum Nachschauen auf Youtube verfügbar.

 

 

Fast Fashion und die Pandemie

Von 2000 bis 2015 hat sich die Anzahl der Kleidungskäufe verdoppelt. Jährlich kommen 12 bis 16 Kollektionen bei Fast Fashion Anbietern heraus. Die:der deutsche Durchschnittskonsument:in kauft 26 kg Kleidung im Jahr. Durch die Pandemie gab es jedoch einen starken Einbruch: Lieferketten verzögerten sich oder brachen sogar ganz ein. Transportkosten verteuerten sich innerhalb kürzester Zeit. Eine Milliarde Teile konnte nicht verkauft werden. Wohin damit? Wo geht es hin nach der Pandemie und wie geht es Fair Fashion Brands und Händler:innen damit?

 

Zündstoff im Corona-Lockdown

Für uns als zündstoff bedeutete der Corona-Lockdown, dass wir einen stärkeren Fokus auf unseren Online-Shop legen mussten. Dank unseren wunderbaren Kund:innen hat das überraschend gut geklappt! Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Euch, dass Ihr uns als Kund:innen auch im Lockdown erhalten geblieben seid und weiterhin Wert auf hochwertige, faire und nachhaltige Kleidung legt. <3 Gute, persönliche Beratung lässt sich durch nichts ersetzen, deshalb arbeiten wir weiter an unserem Online-Angebot und freuen uns über jeden Tag, an dem wir unser Ladengeschäft öffnen dürfen.

 

Verbraucher:innen achten auf nachhaltige Mode

Die Diskutant:innen können beobachten, dass zumindest einige der Verbraucher:innen in der Pandemie mehr Wert auf nachhaltige Kleidung legen. Sie kaufen weniger – aber dafür hochwertiger und nachhaltiger. Langlebigere Kleidung muss nicht so häufig ersetzt werden und man muss gar nicht ständig shoppen gehen. Käufer:innen fragen nicht mehr so häufig nach, warum Bio-Kleidung „so teuer“ sei, sondern eher: Warum ist Fast Fashion eigentlich so billig?

fashion-revolution-who made my clothes

 

Fast Fashion in der Krise

Der Zirkus der schnelllebigen Modeindustrie dreht sich derweil weiter und Fast Fashion ist schon fast wieder auf prä-Corona Stand. Fast Fashion hat immer noch eine extrem kurze Halbwertszeit, gleichzeitig wird mehr produziert als nachgefragt wird. Die Sachen enden häufig auf dem Müll und können höchstens „thermisch verwertet“ werden. Was ein nettes Wort für „verbrannt“ ist. Aber: Auch Fast Fashion Brands werden sich bewusst, dass es Lösungen braucht, damit ihr Geschäftsmodell zukunftsfähig wird.

 

Nachhaltige Mode braucht politische Lösungen

An die Verantwortung der Verbraucher:innen zu appellieren ist gut und schön. Echte Veränderung oder gar ein Systemwandel ist aber nur durch beherztes Handeln der (inter)nationalen Politik möglich. Denn: Nach dem Ende der Pandemie ist das Ende aller Krisen nicht in Sicht. Unsere Innenstädte werden sich vermutlich verändern, wenn kleine Läden – und selbst große Ketten – Geschäfte schon bald schließen müssen. Die Klima- und Umweltkrise wartet ebenfalls nicht, bis „die Wirtschaft“ von selbst auf einen nachhaltigeren Kurs umschwenkt. Maßnahmen wie ein Lieferkettengesetz sind  immerhin ein erster Schritt in die richtige Richtung, um Tragödien wie Rana Plaza zu verhindern.

 

Die Zukunft der nachhaltigen Mode

Die Diskutant:innen sind sich am Ende des Gesprächs einig: Wir stehen gerade am Anfang einer spannenden Entwicklung, was faire und ökologische Textilien angeht. Es gibt einiges an Innovation, hin zu nachhaltigerer Mode. Es gibt also Hoffnung, dass wir es gemeinsam schaffen, nachhaltiger aus der Corona-Krise zu kommen, damit wir kommende Schwierigkeiten meistern können. Sei dabei!