vegane Jeans

Vegane Jeans dank Jacron

von Lisa | 15.07.2021

Bis zum Weltvegan-Tag am ersten November ist es zwar noch ein bisschen hin, aber wir wollten jetzt trotzdem über vegane Jeans sprechen. Denn: Seit ziemlich genau zwei Jahren sind alle unsere Jeans vegan. Hurra! Warum und wie, das erfährst Du hier! TW: in diesem Blogartikel gibt es viele Fotos von Hintern (in veganen Jeans).

vegane jeans von armedangels

Warum braucht es vegane Jeans?

Vielleicht denkst Du jetzt Hää, ist doch keine Lederhose, was soll an meiner Jeans bitte unvegan sein? Tjaa da gibt es diesen kleinen Aufnäher auf der Hosen-Rückseite, auf dem das Jeanslabel aufgedruckt ist. Und dieser Backpatch ist traditionell aus Rindsleder. Das ist nicht nur irgendwie ganz schön unnötig, sondern macht eine „normale“ Jeans für strenge Veganer*innen auch noch völlig untragbar. Und das muss doch nicht sein – gerade wenn es nachhaltige Alternativen dafür gibt.

vegane koi jeans ryan mit jacron vegane nudie jeans Straight Sally

Wir feiern zwei Jahre vegane Jeans

Das dachten sich auch unsere Jeanshersteller. Und so fing es an – 2016 machten ARMEDANGELS und Kuyichi den Aufschlag und verbannten Leder von ihren Hosen. Im Herbst 2018 folgten Nudie Jeans und erklärten „Our Beef is Over!“ Auch sie setzten für ihre Backpatches auf die Lederalternative Jacron. Zu guter Letzt verabschiedeten sich die Kings of Indigo von Lederpatches. Seit Herbst 2019 nutzen sie für ihre Ryan und die vegane Damen Jeans Emi ebenfalls Jacron, die anderen Modelle haben Patches aus Recycling PET mit Polyester. PETA gefällt das! Entsprechend haben unsere Denim-Produzenten für den Großteil ihrer Modelle die PETA-approved Vegan Zertifizierung beantragt – und erhalten.

Zu nudie Jeans Instagram Post

Obacht: Nur weil ein Modell nicht PETA approved Vegan ist, heißt das nicht, dass es unvegan ist. Hier wurde schlicht keine Zertifizierung beantragt – gerade bei kleineren Serien lohnt sich die kostspielige Zertifizierung oft nicht.

Was ist Jacron? Lederalternative aus Papier

Die meisten unserer Jeans-Hersteller nutzen also Jacron. Aber was ist das genau, und musst Du irgendwas dabei beachten?

Jacron besteht aus einem sehr hochwertigen Papier. Obwohl es also bis auf eine Prise Acryl, die manchmal zugegeben wird, komplett aus frischer oder recycelter Holzellulose ist, ist es sehr widerstandsfähig und waschbar – wie echtes Leder. Es ist formstabil, reißfest und kann sogar geprägt und gefärbt werden. Als es in den 1980ern erfunden wurde, war der erste Einsatzort tatsächlich ein veganer Backpatch für Jeanshosen. Mitterweile wird Jacron auch in vielen anderen Bereichen wie Möbel,  Etuis, Koffer etc. verwendet – kurz: Überall, wo sonst ein dickes, haltbares Leder eingesetzt werden würde.

vegane Kuyichi jeans Jim mit jacron vegane ARMEDANGELS jeans Fjellaa mit Jacron

Leder wäscht man nicht – Jacron aber schon. Genau wie ein Leder-Backpatch eine Tour in der Waschmaschine übersteht, kannst Du auch deine vegane Jeans mit Jacron-Patch ganz normal bei 40°C waschen.

Bleed-Spezialität Jacroki: Jacron + Latex

Noch eine Stufe weiter entwickelt wurde Jacron mit Jacroki. Das ist eine Jacron-Art, die zu 20% aus Latex besteht. Latex - Du erinnerst Dich an den Artikel über Naturkautschuk - wird aus dem Pflanzensaft des Kautschukbaumes (aka Gummibaum) gewonnen. Damit ist es ein nachhaltiger, pflanzlicher Rohstoff, der sogar kompostierbar ist. Wie Jacron ist Jacroki waschbar und auch nass sehr reißfest. Wie echtes Leder altert es auf eine hübsche Weise und wird mit der Zeit etwas dunkler. Die Haptik erinnert mehr an Papier als an Leder. Die fränkische Fair Fashion Marke Bleed Clothing nutzt Jacroki unter anderem, um daraus schicke und nachhaltige vegane Geldbeutel zu machen. Passt übrigens perfekt in die Gesäßtasche Deiner veganen Jeans.

bleed clothing Jacroki® Geldbeutel [schwarz]

Jacron macht vegane Jeans erst richtig nachhaltig

Wie wir im letzten Blogartikel über vegane Kleidung erfahren haben, ist Leder – besonders chromgegerbtes Leder aus konventioneller Herstellung - ein großes Problem. Nicht nur für die Menschen, die in der Produktion arbeiten, sondern auch für Umwelt und Anwohner*innen. Von den Folgen der Tierzucht und -schlachtung ganz zu schweigen. Daher ist jede Initiative, die daran arbeitet, den Bedarf an Tierprodukten zu verringern, unbedingt zu begrüßen. Insbesondere dann, wenn die Alternative so einfach und umweltfreundlich ist. Jacron enthält keinerlei giftige Chemikalien und es kann sogar aus recyceltem Material hergestellt werden, so dass nicht einmal Bäume dafür gefällt werden müssen. Kuyichi z.B. setzt auf Recycling-Jacron. Warum hat überhaupt noch irgendeine Jeans Leder-Aufnäher?

 

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