Textilsiegel

Fairtrade

von Janina | 13.04.2020

Das Fairtrade Cotton Siegel

Heute stellen wir Euch das Fairtrade Cotton Siegel vor. Viele von Euch kennen es sicherlich aus der Lebensmittelbranche, in der es weiter verbreitet ist, aber es gibt auch ein Fairtrade Siegel, das sich auf den Anbau von Baumwolle spezialisiert hat. Es geht dabei hauptsächlich um die Unterstützung von Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Plantagenarbeiter*innen in den ärmsten Ländern dieser Welt. Der Fairtrade-Standard bezieht sich deshalb nur auf die Produktion in Ländern des globalen Südens. Der Textilstandard und das Textilprogramm sind ein umfassender Ansatz zur Stärkung von Arbeiter*innen und zur Verbesserung von Löhnen und Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie.

Das Logo des Fairtrade Cotton Standards

Die Vision

Die Vision von Fairtrade orientiert sich an den Elementen der Triple Bottom Line, also den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Soziales, Ökologie und Ökonomie. Im Folgenden ein kurzer Überblick über die wichtigsten Ziele in diesen Bereichen.

Soziale Ziele, die die Stärkung der Kleinbauern, Kleinbäuerinnen und Arbeiter und Arbeiterinnen gemäß den Vorgaben der ILO (International Labour Organization) zum Ziel haben:

  • Geregelte Arbeitszeiten
  • Keine Zwangsarbeit
  • Organisation in demokratischen Gemeinschaften (bei Kooperativen)
  • Förderung gewerkschaftlicher Organisation (auf Plantagen)
  • gleichberechtigte Lohnverteilung und Mindestlohn
  • Arbeitssicherheit und Hygiene
  • Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit
  • Diskriminierungsverbot
  • Firmen müssen nachweisen, dass auch ihre Vertragspartner Anstrengungen unternehmen, diesen Standards gerecht zu werden

Ökologische Ziele, die mit den sozialen Hand in Hand gehen, da soziale Nachhaltigkeit natürlich auch erfordert, die Menschen keinen Gefahren oder giftigen Stoffen auszusetzen, daher ist es eine Idee des Umweltschutzes, in der der Mensch im Mittelpunkt steht.

  • Umweltschonender Anbau
  • Schutz natürlicher Ressourcen
  • Verbot gefährlicher Pestizide
  • Kein gentechnisch verändertes Saatgut
  • Förderung des Bio-Anbaus durch den Bio-Aufschlag

Der dritte Aspekt sind die ökonomischen Ziele, die Anforderungen an Händler und Hersteller stellt:

  • Bezahlung von Fairtrade-Mindestpreis und Fairtrade-Prämie
  • Nachweis über Waren- und Geldfluss
  • Richtlinien zur Verwendung des Siegels
  • Transparente Handelsbeziehungen
  • Vorfinanzierung der Baumwollbauern und -bäuerinnen

Infografik wie funktioniert Fairtrade?

Die Umsetzung

Die Einhaltung der Standards wird durch Auditor*innen des Zertifizierungsunternehmens FLOCERT überprüft. Die Audits können je nach Größe des zu überprüfenden Unternehmens oder der Kooperative bis zu mehrere Tage dauern, damit auch alle Bereiche und Anforderungen abgedeckt werden können.

Folgendes macht den Fairtrade-Standard so besonders:

  • Der Ansatz geht über Kontrollen und Zertifizierung hinaus – er verbindet einen strengen Standard mit einem Programm, das die Beschäftigten und die Fabriken vor Ort unterstützt.
  • Als erster Standard überhaupt definiert der Textilstandard einen festen Zeitrahmen, innerhalb dessen ein existenzsichernder Lohn erreicht werden muss.
  • Der Ansatz enthält langfristige Verpflichtungen zwischen den Markenunternehmen und Lieferanten sowie faire Einkaufsbedingungen.
  • Ziel ist die Stärkung der Stellung der Arbeiterinnen und Arbeiter. Diese sollen in die Lage versetzt werden, bessere Arbeitsbedingungen zu verhandeln und ihre Rechte zu vertreten.
  • Der Standard ist offen für die Verarbeitung von Fairtrade-Baumwolle und andere verantwortungsvoll produzierte Textilfasern.

Das war es mal wieder von unserer Seite. Wir schicken Euch gute Gedanken,

Euer zündstoff-Team!

 

Bildnachweis: Fairtrade Deutschland

Dieser Blogeintrag wurde von unserer Praktikantin Lisa verfasst.