Fashion Revolution

Fashion Revolution: Was ist der Hintergrund?

von Janina | 21.04.2022

Die Fashion Revolution Week ist bereits das neunte Mal in vollem Gange: Durch die Corona-Krise und den Krieg in der Ukraine steht sie in diesem Jahr gefühlt schneller als sonst vor der Tür. Und gerade wegen Covid-19 ist die Thematik um die Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie umso aktueller. Viele Textilarbeiter*innen haben ihre Arbeit bereits verloren oder müssen  unter noch fragwürdigeren Bedingungen arbeiten. Warum? Weil große Textilketten durch den wirtschaftlichen Einbruch ihre Aufträge stornieren.

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Keiner sollte für unsere Kleidung sterben!

Als am 24. April 2013 in Bangladeshs Hauptstadt Dhaka das 8-stöckige Fabrikgebäude Rana Plaza einstürzte, starben dabei mehr als 1100 Menschen – fast 2500 weitere wurden verletzt. Grund für dieses furchtbare Unglück: Schlechtes Baumaterial sowie Fahrlässigkeit der Eigentümer. Auch der Bauuntergrund war für ein Gebäude dieser Art eigentlich nicht geeignet. Am Tag vor dem Unglück waren signifikante Risse im Mauerwerk entdeckt worden. So verbot die Polizei den Arbeiter*innen den Zugang. Allerdings wurden die Textilarbeiter*innen von den Fabrikbetreiber*innen gezwungen, trotzdem zu arbeiten. Deswegen hielten sich beim Einsturz des Gebäudes immer noch 3000 Menschen darin auf.

Das Rana Plaza Gebäude nach dem Einsturz
Das Rana Plaza Gebäude nach dem Einsturz, Foto: rijans/ flickr

Das Unglück spiegelt den Missstand der Branche wider wo ein enormer Preisdruck vieler Firmen sowie Konsument*innen, die so wenig wie möglich für ihre Kleidung bezahlen möchte, zusammenkommen.

Die FairTrade-Fashion-Pionierin Carry Sommers hat sich dieser Sache angenommen und den Fashion Revolution Day ins Leben gerufen. Die Idee war, die Öffentlichkeit dadurch auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken hinzuweisen. Über die Jahre wurde aus dem Fashion Revolution Day die Fashion Revolution Week – mit noch mehr Aktionen, um auf die Probleme in der Textilindustrie aufmerksam zu machen. Denn immer noch ist zu wenig geschehen, um in Zukunft eine ähnliche Katastrophe zu verhindern.

Näherinnen demonstrieren für bessere Arbeitsbedingungen in einer Textilfabrik

In der Woche vom 18. - 24. April jährt sich das Unglück bereits zum neuntes Mal: Genug Anlass also, um sich mit der Thematik näher zu befassen, mit Freund*innen darüber zu sprechen, eine passende Veranstaltung zu besuchen oder den kritischen Dokufilm 'The True Cost' von Andrew Morgan anzusehen.

Fashion Revolution Banner

Außerdem kannst Du auf Social Media Kanälen aktiv werden: Unter dem hashtag #whomademyclothes #whatsinmygarments kannst Du Bilder posten oder reposten.

Jede*r ist dazu aufgerufen, sich Gedanken darüber zu machen, von wem, wie und wo seine Kleidung hergestellt wurde. Symbolisch dafür sollen Kleidungsstücke auf links getragen werden, mit dem Etikett nach außen: #insideout. Davon kannst Du ein Bild machen und es unter dem oben genannten hashtag #whomademyclothes auf Instagram oder auch Facebook posten. Ein kleiner, aber symbolträchtiger Akt, der dabei helfen kann, auf die nach wie vor bestehenden Problematiken innerhalb der globalen Textilindustrie hinzuweisen und noch mehr ins öffentliche Bewusstsein zu holen. Denn zu tun gibt es noch viel in diesem Bereich – immer noch herrschen in vielen Fabriken des konventionellen Bekleidungssektors furchtbare Arbeitsbedingungen: 7-Tagewochen, kein Urlaub, keine Krankenversicherung, unsichere Arbeitsbedingungen und ein absolut unzureichender Lohn, der teilweise 1 $ pro Tag nicht erreicht.

Nutze Deine Stimme und mach Dich gemeinsam mit uns stark. Werde ein Teil der Revolution und frage #whomademyclothes