Aktuell

Fashion Revolution Week

von Bernadette Kirner | 20.04.2020

Da ist sie schon wieder: Die Fashion Revolution Week! Bei all der Corona-Krise steht sie in diesem Jahr gefühlt viel schneller als sonst vor der Tür. Und gerade wegen Covid-19 ist die Thematik um die Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie umso aktueller. Denn viele Textilarbeiter*innen haben schon oder verlieren gerade ihre Arbeit. Warum? Weil große Textilketten durch den wirtschaftlichen Einbruch gerade ihre Aufträge stornieren.

Näherinnen demonstrieren für bessere Arbeitsbedingungen in einer Textilfabrik
Fashionrevolution

Was aber steckt hinter der Fashion Revolution?

Als vor sieben Jahren, am 24. April 2013, in Bangladeshs Hauptstadt Dhaka das achtstöckige Fabrikgebäude Rana Plaza einstürzte, starben dabei mehr als 1100 Menschen – fast 2500 weitere wurden verletzt. Der Grund für dieses furchtbare Unglück: Schlechtes Baumaterial sowie Fahrlässigkeit der Eigentümer. Auch der Bauuntergrund war für ein Gebäude dieser Art eigentlich nicht geeignet. Am Tag vor dem Unglück waren signifikante Risse im Mauerwerk entdeckt worden. So verbot die Polizei den Arbeiter*innen den Zugang. Allerdings wurden die Textilarbeiter*innen von den Fabrikbetreiber*innen gezwungen, trotzdem zu arbeiten. Deswegen hielten sich beim Einsturz des Gebäudes immer noch 3000 Menschen darin auf.

Das Rana Plaza Gebäude in Bangladesch nach dem Einsturz
Das Rana Plaza Gebäude nach dem Einsturz, Foto: rijans/ flickr

In Wahrheit ist der Preisdruck vieler westlicher Firmen an einer solchen Katastrophe mitverantwortlich. Und am Ende des Kreislaufs stehen die Konsument*innen, die so wenig wie möglich für ihre Kleidung bezahlen möchten.
Die Fairtrade-Fashion-Pionierin Carry Sommers hat sich dieser Sache angenommen und den Fashion Revolution Day ins Leben gerufen. Ihre Idee war, die Öffentlichkeit dadurch auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken hinzuweisen. Über die Jahre wurde aus dem Fashion Revolution Day die Fashion Revolution Week – mit noch mehr Aktionen, um auf die Probleme in der Textilindustrie aufmerksam zu machen. Denn immer noch ist zu wenig geschehen, um in Zukunft eine ähnliche Katastrophe zu verhindern.

Die Fashion Revolution Week startet dieses Jahr am 20.04.20 – und sie geht noch bis einschließlich 26.04.20. Genug Zeit also, um sich mit der Thematik näher zu befassen, mit Freund*innen oder auch Kolleg*innen darüber zu sprechen, eine passende Veranstaltung dazu zu besuchen oder den kritischen Dokufilm ‚The True Cost‘ von Andrew Morgan anzusehen (den es z.B. auf Netfllix gibt).
Wir wollen Euch aus diesem Anlass in dieser Woche Content über unsere verschiedenen Kanäle präsentieren, damit Ihr Euch zur Lage der globalen Textilindustrie informieren könnt, die aktuell - bedingt durch die Covid-19-Krise - besonders heftige soziale Auswirkungen für Textilarbeiter*innen mit sich bringt.

Stay save und vergesst nicht: Am Mittwoch, 22.04.20, eröffnet unser Freiburger Ladengeschäft wieder!