Nachhaltigkeit

Fair ok. Warum war bio noch mal wichtig?

von Janina | 17.10.2014

Wir verkaufen Produkte mit zwei Grundeigenschaften - bio & fair.

Ein Baumwollfeld im Sonnenuntergang

Aus welchem Grund Kleidung aus fairer Produktion gekauft werden sollten, weiß heutzutage eigentlich fast jede*r. Dass alle Sachen bei uns auch aus ökologischen Materialien, bzw. das meiste aus Biobaumwolle besteht, spielt für viele eher eine nebensächliche Rolle. Schließlich geht es bei einer fairen Produktion um Menschen und nicht nur um weniger Pestizide. Dieser Gedanke ist zwar nicht verwerflich, er ist aber faktisch nicht korrekt.

Beim Anbau von Biobaumwolle geht es um viel mehr als nur um ein paar Pestizidrückstände auf unserer Kleidung. Ungefähr 25% aller weltweit genutzten Insektizide und 10% aller Pestizide werden im Baumwollanbau verbraucht und nicht etwa, wie angenommen werden könnte, für unsere Ernährung (die wir ja schon viel und gerne bio kaufen). Diese Chemikalien schaden nicht nur unserer Umwelt, sondern in erster Linie den Bauer*innen und Produzent*innen, die täglich damit in Berührung kommen. Und wenn am Ende Tiere wie die Biene die Pestizidflut nicht überleben werden, betrifft es uns alle.

Biobaumwolle braucht keine Insektizide beim Anbau und unterstützt damit Artenvielfalt

Außerdem sind Baumwollpflanzen sehr durstig. Die jährlich gebrauchte Wassermenge für Baumwolle würde reichen, um die ganze Menschheit ein Jahr lang täglich mit 120l Frischwasser zu versorgen (Quelle: Virtuelles Wasser). Ein berühmtes und schreckliches Beispiel für den katastrophalen Überverbrauch von Wasser im Bezug auf den Baumwollanbau ist der Rückgang des Aralsees. Die Menschen haben dort mittlerweile nicht nur mit Nahrungs- und Wasserknappheit zu kämpfen, sondern zusätzlich mit giftigen Sandstürmen, da der ausgetrocknete Boden von Pestiziden des Baumwollanbaus verseucht wurde.

Hinzukommt die Verbreitung von genmanipulierten Baumwollsorten, die widerstandsfähiger gegen Schädlinge und ertragreicher sein sollen. Viele Bauern werden allerdings finanziell von Großkonzernen abhängig gemacht, die das überteuerte Gen – Saatgut verkaufen. Die Folgen kosten viele ihre Existenz, da die Resistenzen gegen Schädlinge oft nicht nachhaltig wirken, und nicht vorhersehbare natürliche Reaktionen anderer Schädlinge folgen können.

Ein Agrargebiet in Europa

In der Regel sind auch niemals nur die Schädlinge von den Auswirkungen betroffen, sondern zwangsläufig auch andere Tiere und Pflanzen, die mit ihnen durch ihre Nahrungskette im Zusammenhang stehen. Das Ökosystem gerät aus der Balance. Außerdem werden durch Genmanipulation natürliche Arten verdrängt, die langfristig die einzige Zukunftssicherheit für gesunde und überlebensfähige Pflanzen darstellen.

Viele Gründe also, warum ein bewussterer Umgang mit Baumwolle und biologischer Kleidung ein sehr wichtiges Thema ist!