Action Report

Was macht das Fair Fashion Label ARMEDANGELS nachhaltig?

von Anna | 17.02.2022

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Passend zu den fairen New Ins von ARMEDANGELS im zündstoff-Sortiment haben wir den Action Report des Kölner Ecolabels für Dich gelesen. Was tut ein faires Mode Label faktisch dafür, dass die Kleidung am Ende der Wertschöpfungskette umweltfreundlich, fair und Ressourcen schonend gefertigt wurde? Das Label beweist Transparenz und lässt sich gerne in die Karten schauen. Wir haben die wichtigsten Fakten für Dich zusammengefasst. Komm mit!

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Jedes Jahr veröffentlicht ARMEDANGELS einen Action Report, in dem einmal alles beziffert wird, was für eine nachhaltige Kleiderproduktion von Bedeutung ist. Der aktuellste Bericht ist von März 2021 und fasst das Jahr 2020 in Zahlen zusammen. Weil Du momentan eine große Auswahl von Neuheiten der Kölner Experter:innen bei uns findest, teilen wir die Ergebnisse des Action Reports mit Dir. Beginnen wir mit dem, was jedem Kleidungsstück zugrunde liegt: Mit den nachhaltigen Materialien und ihrem Anbau.

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Nachhaltige Materialien senken Energie- und Wasserverbrauch

Für die Herstellung der regenerativen und nachhaltigen Fasern kommen bei ARMEDANGELS keine giftigen Chemikalien zum Einsatz. Das schützt die Erde, die Luftqualität und unser Klima. Ein großer Vorteil bei nachhaltigen Materialien ist ein reduzierter Energie- und Wasserverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen oder konventionellen Materialien. Im Jahr 2020, das für die Berechnungen im Action Report maßgeblich war, wurden 1.298.529.580 Liter Wasser gespart. Das entspricht einer Wassermenge, die ein olympisches Schwimmbecken füllt! Dazu wurden 1.322.270 KG CO2 eingespart. Das entspricht einem Emissionsausstoß, der beispielsweise für die Herstellung von 39.493 KG Rindfleisch entsteht! Für die Kollektionen des Ecolabels ARMEDANGELS wird in erster Linie Bio-Baumwolle verwendet: 2020 waren es 661 Tonnen. Von anderen, regenerativen Materialien wie TENCEL™ Lyocell wurden 95 Tonnen verarbeitet, von LENZING™ECOVERO™ 74 Tonnen, von Tencel™MODAL 13 Tonnen, von Recycling-Polyester 22 Tonnen, von Bio-Wolle 21 Tonnen Bio-Merinowolle und 3 Tonnen faire Alpakawolle.

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Kreislaufwirtschaft: Neue faire Kleidung aus Öko-Modemüll

Was bedeutet es bei ARMEDANGELS, ein Schritt weiter Richtung Kreislaufwirtschaft zu gehen? Mit einem ersten T-Shirt startete der Versuch, ein Kleidungsstück aus Müll zu produzieren, und dieses nach Verschleiß wieder zu einem neuen T-Shirt zu verarbeiten. Seit drei Jahren sammelt ARMEDANGELS jetzt schon seine Jersey Stoffabfälle, die im eigenen Herstellungsprozess anfallen. Der Bio-Baumwoll-Abfall wird im Folgenden mit dem Mono-Material TENCEL™ Lyocell veredelt, und ergibt so ein ausgetüfteltes neues Garn. Aus dem sogenannten Circular Garn, das von hochwertiger Qualität ist, kann wiederum neue faire Mode gefertigt werden. Die Kleidungsstücke aus den eigenen Reihen können in der Theorie endlos und in der Praxis bereits ein paar Mal recycelt werden. Damit das in Realität weiterhin geschieht, initiierte ARMEDANGELS ein Rücknahme-System für gebrauchte Kleider, die aus ihrer Produktion stammen. Ein Teil davon wird recycelt, ein Teil repariert. Zudem hält das Kölner Ecolabel in seinem Action Report fest, wie Partnerfirmen in Sachen Kreislaufwirtschaft und Recycling aufgestellt sind: Alle Partnerfirmen, die Bekleidung für ARMEDANGELS herstellen, recyclen mindestens 25 Prozent ihrer Produktionsabfälle, 11 Partner verwenden bereits mehr als die Hälfte ihrer Produktionsabfälle wieder und 5 Partner haben ebenfalls ein Rücknahme-Angebot für Kleidung.

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Klimaneutral produzieren: Co2-Emissionen bei fairer Mode reduzieren

Die Mode- und Textilindustrie ist weltweit für bis zu 10% an CO2-Emissionen verantwortlich und trägt damit wesentlich zur Erderwärmung und zur Klimaveränderung bei. ARMEDANGELS ist seit 2020 ein klimaneutrales Unternehmen und zeigt in seinem Action Report auf, dass die CO2-Werte aller Stationen in der Wertschöpfungskette gemessen werden und, wenn möglich, reduziert. Am Beispiel des Jeans-Bestsellers des Labels, der Denim Mairaa in faded blue, bedeutet das: Die faire Jeans ist im Laufe ihres Lebens für 15,81 KG CO2 verantwortlich. Der Großteil davon wird beim Färben, Fertigen und während des Tragens ausgestoßen. Die negative Co2-Bilanz beim regenerativen Anbau zeigt, wie Emissionen auch ausgeglichen werden können, wenn sie in anderen Phasen der Wertschöpfung gebunden werden.

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Bio-Bauern im Fokus: Organic Farmers Association

Ein weiterer Ansatz, den wir sehr schätzen: ARMEDANGELS setzt sich dafür ein, dass die Umstellung von konventioneller auf Bio-Baumwolle machbarer wird. Die Vorteile von Bio-Baumwolle liegen auf der Hand: Ein Bauer, der Bio-Baumwolle kultiviert, verdient besser an seiner Rohfaser, ist keinen giftigen Pestiziden und schädlichen Düngemitteln ausgesetzt. ARMEDANGELS verarbeitet seit vierzehn Jahren ausschließlich Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Umstellung von konventioneller auf biologische Baumwolle ist in der Realität zäh und für die Hälfte aller interessierten Kleinbauern nach wie vor nicht zu stemmen. Die Suche nach hochwertigem, gentechnisch unverändertem Saatgut ist anspruchsvoll und der Ertrag in den drei Jahren der Bodenumstellung gering. Hier setzt die 'Organic Farmers Association' an, die ARMEDANGELS 2018 ins Leben gerufen hat. Mit der Organisation sollen Existenzen während der Umstellung gesichert werden, sodass zukünftig mehr Bauern Bio-Baumwolle anbauen können. Das braucht es, denn weltweit macht Bio-Baumwolle nach wie vor nur 1% der Textilindustrie aus und die Nachfrage steigt stetig! Zudem wirkt eine biologische Landwirtschaft regenerierend auf die Ackerflächen, die auf Grund von Trockenheit und Auslaugung weltweit stark schrumpfen. Die Bauern erhalten als Mitglieder der Organisation hochwertiges Saatgut, technischen Support und Lehreinheiten von Suminter Organics in Indien. Im März 2021 (Stand des Reports) wurden auf diese Weise schon 500 kleinbäuerliche Familien im indischen Gujarat unterstützt (2018 waren es noch 366) und 7.040.000 m² Boden regeneriert.

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Corona-Support für Bauern und Bäuerinnen

Landwirte stehen am Beginn vieler Wertschöpfungsketten. Sie sind die Lieferanten unserer Ernährung und unserer Kleidung. Und doch stehen sie oft am Rande der Berichterstattung und erhalten wenig Wertschätzung. Während der Covid-Pandemie unterstützte ARMEDANGELS Tagelohn-Arbeiter:innen, die kein Einkommen mehr erhielten und sich in einer absoluten Notsituation wiederfanden mit einem spendenfinanzierten Corona-Programm. Zudem erhielten 75 Bäuerinnen und Bauerswitwen eine Kuh, die in Indien eine alternative Einkommensquelle und von hohem sozio-kulturellen Wert ist.

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Fashion Waste: Wohin mit gebrauchter (nachhaltiger) Kleidung?

Jährlich werden mehr als 12 Millionen Tonnen Kleidung, die nicht mehr gebraucht werden, auf Deponien verbrannt. Das Problem von übrig gebliebener Überschussware und unverkaufter Lagerware betrifft nicht nur Fast Fashion. Auch nachhaltig hergestellte Kleidung landet auf dem Müll. ARMEDANGELS recycelt retournierte Ware und konnte den Anteil an nicht verkaufter Lagerware dadurch reduzieren. Neben dem Recycling führte bessere Kundenberatung, Angebote wie der Repair Guide und die Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein FairWertung e.V. zu weniger Kleidungsmüll. Der Verein FairWertung e.V. macht vor, wie man verantwortungsvoll mit Gebrauchtkleidern umgehen kann und sensibilisiert die Öffentlichkeit für das komplexe Thema der Kleiderentsorgung.

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Faire Arbeitsbedingungen

ARMEDANGELS arbeitet mit 96 Produktionsfirmen zusammen. Diese befinden sich in Portugal, der Türkei, in Tunesien und Rumänien. Das Kölner Fair Fashion Label bezahlt nicht direkt die Arbeiter:innen, sondern die fertige Bekleidung. Ihre Partnerfirmen garantieren dafür die faire Bezahlung ihrer Angestellten. Fair bedeutet laut Action Report, dass der Lohn im Durchschnitt 143 Prozent mehr beträgt als es der Mindestlohn in den jeweiligen Produktionsländern vorgibt. So reicht der Lohn tatsächlich aus, um die Lebenshaltungskosten tragen zu können. Bei einem T-Shirt wie Jaames, das in Portugal hergestellt wird, sind 7% des Endpreises für die Arbeitskraft berechnet. Zu Fairness zählt ARMEDANGELS neben fairen Löhnen ethische Guidelines wie die Beachtung aller Menschenrechte und sichere und bestmögliche Arbeitsbedingungen für alle Arbeiter:innen. Die freiwilligen Zertifizierungen von NGOs wie die FairWearFoundation, der GOTS-Standard und der GRS-Standard unterstützen ARMEDANGELS bei den Bemühungen, mit ihrer Modeherstellung Arbeiter:innen nachhaltig eine Zukunft aufzubauen.

 

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Die Fakten aus dem Action Report von ARMEDANGELS sprechen für sich: Das Kölner Fair Fashion Label setzt sich proaktiv und glaubwürdig für eine nachhaltige Fertigung ihrer fairen Kleidung ein. Zum Schluss noch einmal zusammengefasst: Der Anbau von nachhaltigen Materialien wie Bio-Baumwolle regeneriert Äcker und in der Fertigungsphase der Kleidung wird auf Einsparungen im Wasser- und Energieverbrauch geachtet. Ein fairer Lohn und ein menschenwürdiger Umgang mit Landwirten und Arbeiter:innen sorgen für gute Arbeitsbedingungen. Gebrauchte Kleidung wird, wo immer es geht, nicht weggeschmissen, sondern weiter verwertet. Zero Waste ist eines der Ziele des fairen Unternehmens bis zum Jahr 2030, ebenfalls der komplette Verzicht auf Erdölderivate wie zum Beispiel Virgin Polyester und der Verzicht auf alle Chemikalien. Da gehen wir gerne und besten Gewissens mit! Und wir sind natürlich gespannt auf den nächsten Action Report! Bis es soweit ist, erfreuen wir uns an den fairen Frühlings-Neuheiten von ARMEDANGELS im zündstoff-Sortiment. Lass Dich inspirieren!

 

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