Sobald man angefangen hat, sich dafür zu interessieren, wo und unter welchen Bedingungen die eigene Kleidung hergestellt wurde, stolpert man bei der Recherche über eine riesige Begriffsvielfalt. Von Fair Trade-Kleidung ist da die Rede, von Organic Cotton, von Nachhaltigkeit und kbA- Baumwolle. Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Bei einigen KosumentInnen hat sich bereits Mißtrauen eingeschlichen. So war in einem Forum zu lesen, der Begriff Organic Cotton sei nicht geschützt und könne also beliebig benutzt werden. Bevor man also auf pseudo-grüne Marketing-Strategien von Unternehmen hereinfalle solle man doch lieber nach konkreten Siegeln oder Zertifizierungen fragen.
Nun ist es ja durchaus sinnvoll, sich Herstellern und Brands gegenüber kritisch zu positionieren. Denn schließlich gibt es ja tatsächlich Versuche von PR-Experten, das eigene Unternehmen als Umwelt- oder menschenfreundlicher darzustellen als es tatsächlich ist. „Greenwashing“ wird das genannt, und ist besonders häufig bei Firmen anzutreffen, deren Philosophie wohl eher nicht altruistisch ist. Die unheilige Allianz zwischen McDonalds, der Rainforest Alliance und dem Wörtchen Nachhaltigkeit ist dafür ein gutes Beispiel. Die Diskussion um angeblich undurchschaubare Anglizismen wie Organic Cotton führt aber gerade nicht zu einer wirklich kritischen Haltung gegenüber tatsächlich vorhandenen Integritätsunterschieden zwischen Firmen, sondern tritt jedem Unternehmen mit dem gleichen undifferenzierten Mißtrauen gegenüber.
Und dabei wird etwas Wesentliches übersehen: „Organic Cotton“ bedeutet nichts anderes als „Biobaumwolle“ und wird im englischsprachigen Raum genau wie die deutsche Übersetzung für gewöhnlich nicht ohne eindeutige Zertifizierung verwendet. Und das sich ein internationales Label wie Kuyichi in englischer Sprache darstellt und vermarktet, ist völlig normal und tut deren Glaubwürdigkeit keinen Abbruch. Von dieser kann man sich im Internet schneller überzeugen, als den nächsten Diskussionsbeitrag zu verfassen.
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